Aeon Flux ▲



Der bereits 2005 erschienene Film Aeon Flux (Paramount/MTV Films) floppte an den Kinokassen, und das völlig zu recht. Weder die eindimensionale Zeichnung der Charaktere noch die flachen Dialoge begeistern, das Bühnenbild hingegen ist durchaus sehenswert. Die US Produktion wurde komplett in Deutschland gedreht.


Wenn MTV einen Film ausspuckt, darf inhaltlich mit Illuminati/NWO-Referenzen gerechnet werden. Solche Besessenheit mit der Symbolik des All-sehenden-Auges wie in diesem Streifen ist mir aber bislang nicht vor die Linse gekommen; Nahe dem 5-Minuten-Takt legt die Kamera den Fokus entweder auf ein Auge der Heldin Aeon Flux, oder rückt zumindest entsprechende Umgebungsresonanzen ins Bild. (Bild oben: die ersten zwei Szenen des Films). Die Rahmenhandlung der Geschichte ist 100% NWO/Zion (Bevölkerungsreduktion durch einen Virus/"Renaturierung" der Erde/5 Millionen Auserwählte /Beherrscht von einer kleinen Elite unter Führung eines Herrn Goodchild, anzumerken ist dass im englischen der Name Rothschild rofhs-child ausgesprochen wird; auch die Nähe zu Godchild - Gotteskind.)


Wir befinden uns im Jahr 2415 in Bregna bei den letzten Menschen, 99% der Weltbevölkerung sind vor über 400 Jahren an einem Virus gestorben. Die Stadtmauern sind ringsum umgeben von wilder Natur. Am Himmel über der Stadt schwebt das Luftschiff Relical in Form eines Auges. Darin wird (ein späterer Schlüsselmoment der Handlung) die DNA aller Menschen von Bregna aufbewahrt - eine All-sehendes-Auge Referenz par exellence. Die DNA wird gebraucht, da die Menschen ihre Zeugungsfähigkeit verloren haben, eine Reaktion auf das Heilmittel. Fortpflanzung wird durch die Elite zu 100% kontrolliert, neue Menschenkinder werden geklont. Die Bewohner wissen weder von ihrer Unfruchtbarkeit, noch dass sie alle Klone sind. Ihre Wahrnehmung wird durch Lüge & Manipulation in einem falschen Glauben gehalten.


Aeon Flux ist Mitglied einer Umstürzlergruppierung, die den obersten Führer Trevor Goodchild ermorden will. Oben erhält sie den Auftrag dazu von der symbolisierten Sonne, einer Person namens Handler. Dualität - der Kontakt zur Auftraggeberin findet (durch einen eingenommenen Transmitter, eine Pille) im Kopf der Heldin statt (weiss), während sie sich physisch weiterhin mitten in Bregna befindet (schwarz); das Bild wechselt während der Ansprache zwischen diesen zwei Einstellungen hin und her.


Flux verschafft sich wenig spektakulär Zugang zur "zentralen Überwachungsanlange", die Einstiegsluke auf dem Dach war im übrigen offen und lediglich durch zwei überforderte Wachen gesichert. Flux kommt durch die Sonne hinunter in den Raum (einerseits durch die Anweisungen der Auftraggeberin Handler, welche die Sonne symbolisiert, andererseits durch die Gestaltung der Öffnung oben im Bild: 12 Segmente (Zodiac), illuminiert. Flux trägt für ihre nächtliche Infiltration einen weissen Anzug, was wohl weniger dumm gewählt als symbolisch gemeint ist, wofür auch immer; die Szene des Einstiegs wird sich, invertiert, später im Film wiederholen, wenn Aeon Flux das Relical Luftschiff entert.

Die wohl schlecht überwachteste "zentrale Überwachungsanlage" der Filmgeschichte ist gestaltet wie ein Augapfel, Wehklagen und Geschluchze ist zu hören; Heulen und Zähneknirschen. Vom blauen Ring tropfen Tränen in das Sammelbecken. Flux blickt ins Speichermedium und es reflektiert einzelne Erinnerungen, Szenen von Menschen die weinen, streiten, leiden. So erkennt sie auch eine Szene von sich selbst, am selben Tag morgens geschehen, ein kurzer Streit mit ihrer.. Schwester, glaub ich. Danach wirft Flux ein Objekt hinein, ein Umlauf wird erzeugt und schliesslich verpufft das gesammelte Liquid.

"Zentrale Überwachungsanlage". Die Sonne. Das Auge.

Ich kürze den Verlauf der Geschichte grob ab und beschränke mich auf die Symbolbilder. Die dem nächtlichen Einstieg folgenden Szenen (oben) zeigen den Kreislauf (!) von Tod und Wiedergeburt, Schlafen und Aufwachen (auch mit Bezug zur Klon-Geschichte, da verstorbene Bürger von Bregna stehts geklont und neu geboren werden, seit 400 Jahren). Im Hintergrund das Symbol für das "Tor" in diese Dimension (die körperliche/materielle), durch das ein Jeder gekommen ist.



Flux nimmt den eigentlichen Mordauftrag in Angriff und macht sich auf den Weg zum Sitz der Goodchilds, ganz im Norden der Stadt. Dazu müssen sie die Stufen der Pyramide überwinden, und sich nach oben arbeiten. Das Szenenbild unten rechts (oben) hätte einen OscarTM verdient.


Sie kommt rein, wird aber bald verhaftet. Ein-Augen-Symbolik in bald jeder zweiten Szene. Die Heldin kann fliehen, dank herbeigepfiffener, zuvor ausgestreuter Kugeln, die sich vor der Zellentür Stück um Stück zur Pyramide aufbauen. Sodann springen sie auf und sprengen für Flux einen amtlichen Durchgang in die Zellenwand. Währenddessen tagt der Kreis der Elite, zwölffach unterteilt (die Kreismitte wird leider nicht näher gezeigt, mE. erneut Sonnen-Symbolik, passender Lichtfall in der Szene), man umgibt sich mit Säulen.


Nach der obligaten F***szene erwürgt die Heldin Trevor Goodchild, er wird ohnmächtig. Frau Doktor aber stellt etwas später Symbolträchtig fest, dass der Bösewicht noch ganz in Ordnung ist.


Flux entert nun nicht die zentrale Überwachungsanlage, sondern das Zentrum der Geheimhaltung - die angesprochene invertierte Szene. Beim Einstieg ins DNA-Lager-Luftschiff Relical kommt Flux abermals durch die Sonne (Sonnenkreuz, illuminiert), nur diesesmal nach oben statt nach unten, und statt weiss trägt sie jetzt schwarz.


Letztlich stellt sich heraus, dass die Menschen ihre Fruchtbarkeit nach all der Zeit wieder zurückerlangen. Die Relical stürzt ab, und bricht gleich noch ein Loch in die Stadtmauer, Hurra! Aeon Flux hat herausgefunden, dass sie selbst ein Klon von Goodchilds Ehefrau, und Trevors Bruder der wahre Schurke ist. Zum Ausklang ein verliebtes Händchenhalten mit Gutkind vor nunmalig eröffneter heiler-Welt-Kulisse, eine harmlose Auflösung in Wohlgefallen.


Anzumerken wäre noch, das Aeon Flux offenkundig das All-sehende-Auge personifiziert, während Trevor Godchild den Kopfstein der Pyramide als oberster Herrscher von Bregna darstellt. Im Happyend finden sie zusammen.