The Big Lebowski (1998)



"Ganz weit draussen im Westen, da gabs mal einen Typen von dem ich euch erzählen will. Der Typ hiess Jeff Lebowski. Zumindest war das der Name, den ihm seine liebenden Eltern angehängt haben. Dieser Lebowski hat sich früher immer 'der Dude' genannt. Also, da wo ich herkomme, gibt sich kein Mensch freiwillig den Namen 'der Dude'. Der Dude war ein Typ, aus dem man im allgemeinen nicht schlau wurde. Für die Stadt in der er lebte gilt im wesentlichen das Selbe. Aber vielleicht war das ja der Grund, warum ich dieses Kaff so interessant fand."

Etwas eint alle Charaktere, ganz unabhängig von ihrer Rolle im Spiel: Jeder will etwas, und keiner weiss, was wirklich läuft. Erfolgreich ist Bunny, sie geniesst ihre Freiheit, macht was sie will, spielt mit den Männern und tanzt allen auf der Nase rum. Erfolgreich ist Maude Lebowski, die feministische Künstlerin ("Meine Kunst bezeichnet man gemeinhin als Vaginal, was die meisten Männer verwirrt. Das Wort allein bringt einige Männer schon aus dem Konzept; Vagina."), auch sie kriegt genau das, was sie will. Ihren Teppich von sentimentalem Wert zurück und eine Schwangerschaft ohne Vaterschaftsanspruch obendrauf.  Die männlichen Rollen hingegen sind ein Häufchen Elend im Vergleich, geprügelte Hunde, und keiner kriegt, was er haben will. 

Ein guter Film beginnt in einer hochkonzentrierten Form, gleich dem gut gewählten, passenden Titel für eine Geschichte. Ein Film ist ja auch nur ein Buch, mit Bildern statt Buchstaben; beim Lesen malt man sich die Bilder lebendig im Geist aus, das Medium Film übernimmt diesen Prozess gleich selbst, und der Filmemacher fungiert als Vordenker, als Ausmaler einer Geschichte, die mal als Drehbuch begonnen hat. Nein, nicht als Drehbuch - sondern als Gedanke. Als Idee. Alles was ist, hat seinen Ursprung im Geistigen. Materie dient als Informationsträger; als sichtbare, äussere Erscheinung in Entsprechung zum unsichtbaren, zentralen, ursprünglichen Gedanken.

Hinter der skurilen Fassade einer Geschichte um einen Typen, der nichts weiter will als einen neuen Teppich, weil Jemand versehentlich auf seinen alten gepinkelt hat, verbirgt sich ein durchdachter Plot mit Anspielungen auf Politik, Ideologien, Krieg und Religion, auch gesellschaftliche Veränderungen (zB Kastration als Folge des Feminismus) und insbesondere das Leben des Individuums in seiner eigenen, spezifischen Welt, wird dargestellt und gewieft in Szene gesetzt.



Die erste Szene mit Jeffrey Lebowski, dem Penner Lebowski, spielt in einem Ralph's Supermarkt, irgendwo in Los Angeles. Er spiegelt sich im blanken Boden der Kühlwarenabteilung, oben wie unten. Dem Aspekt Vorlage/Spiegelung (auf Bewusstseinsebene, denn alles Äussere ist ja nur Entsprechung) widmet dieser Beitrag besondere Aufmerksamkeit, denn die Filmemacher kosten die Wirkungsweise dieser Erdenlebensbedingung in ihrem vielschichtigen Werk aus dem Jahr 1998 genüsslich aus. Diese Thematik ist in "Big Lebowski" Programm und davon zeugt, dass diese Symbolik bereits in der ersten Szene mit der Hauptfigur Verwendung findet. Wie sich zeigen wird, gibt es noch einen anderen Jeffrey Lebowski, den Millionär Lebowski. Eine Lebowski & Lebowski Situation, eine Spiegelung, bildet die Grundlage der ganzen Geschichte. Die White Russian Zutat, derer wegen er mitten in der Nacht einen Ralph's aufsucht, heisst half&half, halbhalb, das Prinzip Vorlage/Spiegelung wird innerhalb der selben Szene nochmal unterstrichen. 

"Sieh wie sie runter stürzen, ihre Liebe dem Boden verpfänden, Einsam aber frei, ich lass mich treiben mit den Wüstenbüschen Sorgen der Vergangenheit sind Geschichte, hab kein Ziel aber ich werds finden, einfach da wo mich der Wind hinweht, ich lass mich treiben mit den Wüstenbüschen


Ich weiss, wenn die Nacht vorbei ist, dass im Morgen eine neue Welt geboren wird, und ich rolle weiter. "

Jedenfalls manchmal, manchmal da gibt es einen Mann,... und dieser Mann ist der Dude in "The Big Lebowski", und seine Wesensart wird durch die Liedzeilen über den Wüstenbusch, die zu Beginn des Films erklingen, bereits ganz treffend beschrieben. Der Wind bläst mal von da und mal von dort, und der Dude lässt sich einfach treiben. Er ist ein fauler Sack. Laut Sprecher nimmt er unter den faulsten Säcken der Welt einen der vordersten Plätze ein, und sein Habitat ist die Stadt der (sieh wie sie runter stürzen) Engel, Los Angeles in Kalifornien.

Der Dude bezahlt die Milch Bargeldlos, per Check. Der Preis beträgt 69 Cents; 69 - Spiegelung, oben wie unten. Mag es jemanden noch überraschen, dass das Austelldatum auf den 11. September fällt? 1991 im übrigen, exakt der Tag, an dem George Bush Sr. seine NWO Rede im Repräsentatenhaus hielt. Exakt 10 Jahre, bevor Nord- und Südturm sowie WTC7 im Rahmen eines Massenopferrituals gesprengt wurden, und der Krieg gegen den Terror, der Krieg gegen den Krieg eingeläutet. Ist es Zufall? Der wievielte mittlerweile? Ich habe nun beinahe in jedem Film, den ich hier unter die Lupe nehme, 9/11 Referenzen gefunden. Wollen wir weiter ignorieren was offensichtlich ist und abstreiten, dass hier ein böses Spiel mit uns getrieben wird? Wollen wir weiterhin den Regierungen und Mächtigen und den Medien dieser Welt unseren Glauben schenken, die uns von angeblichen Terroristen in Berghöhlen, statt von den tatsächlichen in ihren Marmorpalästen berichten? 

Ist der Umstand, dass er diesen Check am 11.September (1991) ausstellt, vieleicht in Bezug auf  "wird im Morgen eine neue Welt geboren" von Bedeutung?

Parallel spricht US Präsident Bush, der Vater Bush, und er spricht zum bevorstehenden 1.Irakkrieg: "This aggression will not stand". Der 11.September (2001) führte zum 2.Irakkrieg, unter US Präsident Bush, dem Sohn Bush.

Der Dude nimmt die Phrase mit der Aggression auf, und wird sie im Gespräch mit Lebowski benutzen, dh. es kommt zu einer Wiederholung (sinngemäss des Irakkrieges). Wie in den ersten Teilen beschrieben, steckt der Film voller Wiederholungen, vieles geschieht zweimal / wird repetiert. Dazu schreibt er die Zahl 69 auf den Check vom 11.September. Die 69 repräsentiert auch Dualität, wie oben so unten - abermals steckt die Wiederholung drin.

"Wo ist das verdammte Geld Lebowski? Deine Frau schuldet Jacky Treehorn Geld, das bedeutet Du schuldest Jacky Treehorn Geld."
Wo ist das verdammte Geld, das ist das Problem. Kennt doch jeder. Der Penner wird fälschlicherweise für den Millionär Lebowski gehalten, auch das dürfte im übertragenen Sinn bekannt vorkommen, mir jedenfalls gehts so, wenn ich wiedermal meine Steuern bezahlen soll. "Siehst du was passiert, Lebowski?" Treehorn's Jungs sind beim falschen Jeffrey gelandet, und nachdem der Chinamann Wu zur Meinungsverstärkung seine Notdurft auf Dude's Teppich verrichtet hat, dämmerts Muttis Hellsten, dass in dieser Wohnhöhle kaum ein Millionär zu Hause ist.
Der Dude erzählt den Jungs was geschehen ist, zuvor eröffnet Donnie die Szene, freut sich über einen Abräumer, und passiert auf dem Rückweg eine 22.

Walter: "Sag mal, war das ein teurer Teppich?"
Dude: "Ja Mann, der hat das Zimmer erst richtig gemütlich gemacht."


Die 22 / wir treffen nun offenbar auf eine Gruppe von Narren. 0 und 22 ist im Tarot die Narrenzahl, das Tarotspiel steht gemäss Eliphas Levy (von dem uA. das berühmte Baphomet Abbild stammt) in direkter Verbindung zur jüdischen Kabbala Geheimlehre.


Im Folgenden ein längerer Auszug der ersten Konversation unter Narren (Bilder oben), der einen guten Eindruck vom Wesen der Handlungsdialoge vermittelt. Man spricht aneinander vorbei, keiner weiss worums geht, aber jeder will recht haben und ist doch selbst voller Widersprüchlichkeiten. Der Dude will nur seine Ruhe, aber jemand hat ihn angepisst.






Dude: "Walter, worauf willst du hinaus?"
Walter: "Es gibt keinen Grund, und darauf will ich hinaus Dude, es gibt keinen bekackten Grund..."
Donnie: "Ja Walter, worauf willst du hinaus?"
Walter: "Hä?"
Dude: "Walter, worauf willst du... hey wir wissen doch ganz genau, wer Schuld an dem Mist hat, also was für eine Scheisse redest du bitte?
Walter: "Hä? Nein, was für eine Scheisse redest... ich mein... wir reden hier von unkontrollierter Aggression, klar?"
Donnie: "Was redest du bloss für ein Blech?"
Dude: "Mein Teppich..."
Walter: "Vergiss es Donnie, das ist nicht dein Fachbereich."
Dude: "Walter, der Chinafritze der auf meinen Teppich gepinkelt hat, dem kann ich das nicht in Rechnung stellen! Also, wovon redest du da überhaupt?"
Walter: "'Wovon redest du überhaupt' - um den Chinamann geht es hier doch gar nicht, Dude! Ich rede davon, dass man endlich mal einen Strich ziehen sollte, Dude, und über diesen Strich darfst du niemals... ach und nochwas Dude, 'Chinamann' ist nicht der politisch korrekte Terminus; Amerikaner asiatischer Abstammung."
Dude: "Walter, das ist keiner von den Kerlen, die uns hier das Eisenbahnnetz gelegt haben."
Walter: "Was zum Geier redest du da.."
Dude: "Walter, er hat auf meinen Teppich gepinkelt."
Donnie: "Er hat dem Dude auf den Teppich gepinkelt."
Walter: "Donnie, das ist nicht dein Fachbereich! Dude, der Chinamann ist nicht das Problem hier, klar?"
Dude: "Sondern?"
Walter: "Jeff Lebowski. Der andere Jeffrey Lebowski, der Millionär. Der ist ziemlich vermögend und hat ganz offensichtlich die Mittel.. also es gibt keinen Grund, keinen bekackten Grund, warum seine Frau losziehen sollte um sich bei der ganzen Stadt zu verschulden! Und dann kommen die an und pinkeln auf deinen bekackten Vorleger, oder lieg ich da etwa falsch? Lieg ich etwa falsch?"
Dude: "Nein..aber ich.."
Walter: "Na dann ist ja gut. Der Teppich hat das Zimmer erst richtig gemütlich gemacht, hab ich recht?"
Dude: "Da kannst du einen drauf lassen."
Donnie: "Und der hat da drauf gepinkelt."
Walter: "Donnie, bitte...."
Donnie bekundet grundsätzlich Mühe, einem Gespräch auch nur Ansatzweise zu folgen, für Walter ist selbst die komplexeste Angelegenheit eine ganz eifache Sache, und nichts ist wichtiger als das Bowlingturnier. Auch der Dude ist nicht der Hellste, sucht ständig nach Worten und lässt sich von Walter dahingehend überzeugen, dass der Millionär Lebowski klar in der Verantwortung steht.

  "Habe ich etwa auf ihren Teppich gepisst?"

Der Dude wird vorstellig und Assistent Brandt empfängt ihn im Westflügel des Anwesens, in Mr.Lebowskis Oval Office Büro. Der Boden hat ein zartes Schachbrettmuster, an der Egowand prangt ein goldener Schlüssel. In der Freimaurerei sei der Schlüssel ein 'Beamtenkleinod des Schatzmeisters". 'der Schlüssel zum Erfolg', darum golden, und so in Bezug zu den freimaurerischen Entsprechungen im Raum / Haus (siehe folgende Bilder). Und weiter scheint mir der an der Wand hängende Schlüssel als pallisches Symbol zu gelten, das auf einer Metaebene in Bezug zu einer späteren Szene steht, wo Lebowski theatralisch vor einem lodernden Kamin sitzt, neben sich zwei Eier auf einer Kommode (siehe gegen Ende des Beitrages).
Der Dude schaut sich mit den Händen all die Ruhmsobjekte an, nimmt Notiz von den kleinen Lebowski Aufsteigern,  und versucht sich durch allerlei belanglose Fragen ein Bild von Lebowski zu machen.

Schon öffnet sich die Seitentür, und zwischen zwei Säulen in spiegelsymmetrischer Ausrichtung rollt der Millionär durch die Mitte in den Raum.

Zum Vergleich eine Aufnahme aus einem Freimaurertempel, relativ identischer Aufbau, Lebowski kommt mit seinem (Roll)Stuhl zwischen zwei Säulen auf einen Schachbrettboden, und die Motorsteuerung per Joystick zu seiner Rechten könnte als Entsprechung zum Pult neben dem Stuhl auf diesem Bild gesehen werden.







Lebowski: "OK Sir, sie sind ein Lebowski, ich bin ein Lebowski." 
Dude: "Warten sie, ich will ihnen mal was erklären: ich bin nicht Mr.Lebowski, sie sind Mr.Lebowski. Ich bin der Dude." 
Lebowski: "Sind sie berufstätig, Sir?...So wie sie angezogen sind, sind sie ja wohl kaum auf Stellensuche, oder? An einem Wochentag?" 
Dude: "Ist heute ein.. was für ein Tag ist heute?" 
Lebowski: "Also ich arbeite, Sir. Wenn es ihnen nichts ausmacht.." 
Dude: "Doch, es macht mir was aus, dem Dude macht das was aus, so läuft das nicht, klar.. diese Aggression läuft so nicht, Mann." ("This aggression will not stand")


Die Aggressionsphrase hat der Dude beim Milchkauf aufgeschnappt, Präsident Bush Sr. war im Fernsehen (siehe oben) und gebrauchte sie vor Reportern. Lebowski trägt sein Einstecktuch im klassischen 3-Pyramiden-Chic, im Segment des Lampenschirms ist eine kunstvolle 666 zu sehen.(Bild oben)



Der Hintergund zeigt ein Raster in 3 Einheiten nebeneinander, diese Situation findet sich in x Filmen wieder, meist als Kulisse hinter dem Bösewicht.



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Angesprochen auf seine Frau rastet Lebowski aus "Meine Frau steht hier nicht zur Debatte! Ich hoffe, dass meine Frau eines Tages lernen wird, mit dem vielen Geld, das sie von mir erhält, auszukommen. Aber wenn nicht, ist das ihr Problem, nicht meins. Genau so, wie der Teppich Ihr Problem ist. Genau so, wie jeder Penner für sein eigenes Leben verantwortlich ist. Egal wem er auch die Schuld dafür geben will. Ich kann ihre Probleme nicht lösen Sir, das können nur sie selbst."

Später zeigt sich aber, dass Lebowski selbst gar kein Geld hat, sondern es von seiner Tochter zur Verfügung bekommt. Und dass er sich um sein Problem - seine Frau wird entführt werden - nicht selbst kümmert, sondern sich an den Dude wendet, ihn um Hilfe bittet, und ihm am Schluss die Schuld daran gibt, dass der Plan nicht geklappt hat. Auch hier wieder die Differenz, der Widerspruch, die Spiegelung in dem, was ein Mensch sagt, und was ein Mensch tut. Dieses Thema zieht sich wie ein roter Faden durch die ganze Handlung.

Gegen Ende der Unterhaltung meint der Dude: "ach.. bekackt", worauf Lebowski entgegnet: "Ja, das ist ihre Antwort auf alles". Auch diese Feststellung wird repetiert, als zu einem späteren Zeitpunkt der Dude in seinem Auto zu Walter sagt: "Tu mir einen Gefallen und krieg dich wieder ein, kapiert?", worauf Walter meint : "Das ist deine Antwort auf alles". Und in der Tat, es ist seine Antwort auf Alles. Nichts bringt den Dude aus der Ruhe, und Ruhe ist das einzige, was der Dude will. Diese Ruhe wird im Film symbolisiert durch den Teppich, der das Zimmer (den Lebensraum) erst richtig gemütlich macht, und den der Dude unbedingt wieder haben will. Und der einzige Grund, weshalb sich der Dude (gemäss Intro "der faulste Sack von ganz Los Angeles") überhaupt durch die Geschichte bewegt, ist der, dass ihn jemand angepisst hat, seine Ruhe gestört. "Und dir pinkeln die auf deinen verdammten Teppich."


Der Dude hat bereits auf Durchzug gestellt, während Lebowski an seinem Schreibtisch tobt wie ein kleiner Teufel: "Die Revolution ist vorbei Mr.Lebowski! Schade eigentlich, der Penner hat verloren! Machen sie das, was ihre Eltern gemacht haben, hören sie auf meinen Rat, suchen sie sich einen Job! Die Penner werden immer verlieren! Haben sie mich gehört, die Penner werden immer verlieren", sein Geschrei verkommt zum dumpfen Klang als der Dude die Tür schliesst.

Dies war die erste Konfrontation von Lebowski / Lebowski, der Penner ist die Spiegelung des Millionärs: Der eine ist ruhig, der andere aufgebracht; Der eine kann gehen, der andere nicht; der Penner sitzt breitbeinig offen, der Millionär mit geschlossenen und teilweise bedeckten Beinen, und wie sich im Weiteren zeigen wird, hat entsprechend der eine zwei Eier, und der andere nicht. Ironischerweise, und dies mit Bezug auf die Scheinwelt und wie aus der obigen Konversation bzw. dem aneinander Vorbeisprechen (ein weiteres roter-Faden-Konzept des Films) hervorgeht: der Gelähmte steht in der Scheinwelt "mit beiden Beinen", hats zu was gebracht (Auszeichnungen an der Wand), während der Dude, im Rahmen der Scheinwelt, eben nicht auf eigenen Beinen steht. "Suchen sie sich einen Job!".

Wir haben also den einen Lebowski, den Millionär, der diesen Rahmen akzeptiert hat, sich integriert und es in dieser Welt (Version von Realität) "zu was gebracht" hat. Und das dieser weltliche Erfolg 'nicht von ungefähr' kommt, darauf weisen die genannten Freimaurer-Synchs in seinem Büro hin. Jeffrey Lebowski ist sein Name, ein Name im Spiel, er gehört zum Spiel. Der andere Jeffrey Lebowski, der Penner, er ist die Spiegelung, und er spielt nicht mit bei diesem weltlichen Spiel, verhält sich passiv, ruhig bis abwesend. Er ist nicht Mister Lebowski. Er ist der Dude, und er will weder Job noch Geld (wie sich zeigen wird), er will nur seinen Teppich wieder haben. Seine Ruhe. Die ist nämlich gestört, denn die Welt (der Chinamann Wu) hat ihm draufgepisst, die Ruhe gestört. Den Teppich befleckt.

So symbolisieren die zwei Lebowskis auch Materie und Geist, das Streben nach Weltlichem und das Verlangen nach Ruhe. Jedem das Seine. Also steht der Dude auf, und schliesst hinter sich die Tür; er will keinen Job, er will seine Ruhe. In der Handlung symbolisiert wie gesagt durch den Teppich, sie ist gestört (befleckt), und er will sie erneut haben. Also nimmt er sich in der Folge die Freiheit, einen neuen Teppich aus dem Anwesen mitzunehmen, "der Alte meint ich kann mir einen von den Teppichen aussuchen.". Das aber ist eine Lüge, er nimmt den Teppich einfach mit. Und in der Folge wird dieser (von einer Drittpartei) auch aus seinem Haus einfach mitgenommen werden. Auch hier wieder eine Spiegelung der Ereignisse.

Nur Zwei oder Drei Dunkelhäutige Leute sind im ganzen Film zu sehen, einer trägt den Teppich, der andere ist ein wütender Taxifahrer. Beim Verlassen des Anwesens sieht er Mr.Lebowskis Frau Bunny auf einer Liege.
Sie lackiert sich ihren grossen Onkel, und diese Szene versinnbildlicht auf sublime Weise, wer in dieser Beziehung den Big Lebowski hat.
"Bläst du mal", grad red ich davon. Mit Sublimitäten wird nicht gegeizt, und der Dude reagiert auf das Angebot mit einer Geste wie auf dem 2. Bild zu sehen, so schiebt er sich die Brille hoch.
Ich meine es ist offensichtlich, der gestreckte erhobene Zeigefinger als Phallussymbol. Es geht um Dominanz, Bunny spielt mit den Männern, und will den Dude gleich abkassieren (drittes Bild), und geht noch weiter: "Brandt darf aber nicht zusehen. Ausser er bezahlt einen Hunderter", worauf Brandt bemüht ist, die scherzhafte Art von Bunny zu betonen, die ihn soeben kastriert hat oder hätte, wenn da noch was wäre.
  "Wenn ihr wollt, ist es kein Märchen!"


Dude: "Was redest du da für einen gequirlten Mist, ich meine den Transportbehälter, was ist in dem bekackten Behälter drin?"
Walter: "Cynthias Hund, ist ein Spitz oder sowas. (...) Ich kümmere mich um ihn, solange Cynthia mit Martin Ackerman auf Hawaii ist"
Dude: "Mann, wenn mich meine bekackte Exfrau fragen würde, ob ich auf ihre bekackte Töle aufpasse, solange sie mit ihrem Stecher auf Honolulu ist, würde ich ihr kräftig ins Hirn kacken. Wieso gibts du ihn nicht in Pflege?"
Walter: "Zuerstmal Dude, du hast überhaupt keine Ex."
Walter rezitiert den Begründer des Zionismus (Bilder oben, Untertitel, in der Synchronfassung allerding mit "Traum" anstatt "Märchen") nicht zufällig auf Bahn 23 (entspricht dem verkehrten Pentagramm, wie desöfteren ausgeführt), und er hat nicht zufällig einen Hund dabei. Engl. DOG, was eine Spiegelung von GOD (Gott) darstellt. Weiter ist hinter der 23 ein Stern zu sehen (Kameraperspektive), was in Verbindung zum Hund auf den Dogstar, den Hundsstern verweist, ein Übername für Sirius, welcher wiederum von grosser Bedeutung in der Freimaurerei ist.

Auch zeigt der Boden hier nicht zufällig ein Schachbrettmuster. Diese kurze Szene verlinkt Satanismus (23/DOG) mit Zionismus (Herzl) und Freimaurertum (Sirius, Schachbrettboden), und was soll man sagen, so ist das auch.







Weiter wird gesagt, Lebowski hätte gar keine Ex, auch hier eine Spiegelung zum Millionär Lebowski, der (als das Gegenteil) verheiratet ist. Dude's passive Lebenshaltung ist allumfassend, auf sexuelle Reize (was noch zu sehen sein wird) reagiert er nur wenig, er ist primär an seinem Teppich (Ruhe) interessiert. Das Bowlingspiel versinnbildlicht in "the Big Lebowski" das Leben mit seinen Hoch und Tiefs, es geht trotz allem immer weiter ("Bekackt... lass uns Bowlen gehen"), und es ist bezeichnend für den Charakter des Dudes, dass er in keiner einzigen Szene selber bowlt. Er ist wohl dabei im Spiel, aber er spielt nicht mit. Darum ist er nicht Jeffrey Lebowski (System-/ Normalname), sondern der Dude, der nicht weiss was für ein Tag heute ist.


Es folgt die legendäre Szene, in der ein Charakter namens Smokey nach Walters Einschätzung "Übertreten!" hat. Walter wird plötzlich laut, wie er es in seiner hass- und schmerzerfüllten Einfalt immer tut um Abzulenken, sobald er von einer anderen Seite her in die Defensive gerät. Walter hat ein zünftiges Vietnam-Trauma, ein enttäuschtes Herz unter Kontrolle seines einfachen Militärkopfes. "wir reden hier von unkontrollierter Aggression, klar?", und Walter sieht sie im Aussen (Spiegelung, führt in die Irre mangels Selbsterkenntnis), doch diese unkontrollierten Aggressionen, das ist er selbst. So ist das Leben. Er warnt den Indianer Smokey davor, sich mit ihm anzulegen, sonst betrete er die "Welt des Schmerzes". Im Aussen gespiegelt, manifestiert durch die Pistole. Doch die Welt des Schmerzes ist Walters Welt, sie ist in ihm. Vietnam hält ihm eine Pistole an den Kopf.

Die Leuchttafel "HIT THE ...EAD" ist ein Hinweis auf die konstante sublime Beeinflussung durch die künstliche (kreierte) Scheinwelt (zB durch Werbung, Nachrichten, Filme, Musik, Krisen) auf das Bewusstsein. Ich habe ein "H" ergänzt, "Hit the Head" kann mit "Schiess auf den Kopf" übersetzt werden, und kündigt bereits an, was Walter im folgenden tun wird (ohne Abzudrücken, ich mein die Art der Bedrohung). Woher kommt die Inspiration zur bestimmten Tat eim Eifer des Gefechts (in Walters Kopf), wie gesagt ein Hinweis auf sublime Programmierung des Bewusstseins durch die Scheinwelt, wie sie auch in "They Live" thematisiert wird. Weiter ist die 23 zwischen Täter und Opfer zu sehen, der Zuckerguss.

Walter macht ein riesen Fass auf und will, dass der Dude eine Null aufschreibt. Während Smokie sagt "Schreib ne Acht auf". Der Dude meint dagegen, und dennoch passiv bleibend: "Hey, das ist Smokey Mann... es ist doch nur ein Spiel". Walter will sich aber nicht damit abfinden, und fragt rhetorisch in den Raum: "Bin ich denn der Einzige, dem Regeln hier noch was bedeuten !?". Zuvor stellte er noch fest, dass es in diesem Spiel Regeln gebe, weil es Bowling sei und nicht Vietnam, und nun hält er Smokey die Waffe an den Kopf: wie in Vietnam. Auch hier wieder die Spiegelung, die Diskrepanz zwischen Innen und Aussen, der Widerspruch zwischen dem, was ein Mensch denkt/sagt/meint und derselbe Mensch effektiv tut. Das völlige Fehlen von Selbstreflektion, das verloren Sein im Aussen, in der Illusion, der Spiegelung, dem verdrehten Abbild. Ich hoffe man kann mir noch folgen.

Auf dem Höhepunkt von Walters Aggression ist diese Einstellung zu sehen, im Hintergrund eine 'verdichtete Rastererscheinung', was eine symbolische Entsprechung für die Gefangenschaft eines Charakters (Seele) darstellt. Hinter ihm an der Wand befinden sich sogar X-Boxen. Vieleicht mag es seltsam erscheinen, das ich immer wieder darauf verweise, denn was soll daran besonders sein. Doch auch wenn mir die Worte fehlen, so erahne ich doch eine Art Gitter, ein energetisches Rasterfeld, das als äusserste Rahmenbedingung der Scheinwelt dient und von einer isolierenden Qualität ist, um Raum für eine künstliche (neue) Ordnung zu bieten. Ich weiss, das klingt abgehoben, doch die Gedanken sind frei.

Walter zieht seine Waffe, da er nach eigenem Ermessen der Einzige zu sein scheint, dem Regeln noch was bedeuten. Später hören wir auf Dude's Anrufbeantworter: "Mr Lebowski, hier spricht Frank Burkhalter von der Southern Pacific Liga, ich bin soeben inoffiziell davon in Kenntnis gesetzt worden, dass ein Mitglied ihrer Mannschaft, Walter Sobchek, während einer Qualifikationsrunde eine Schusswaffe gezogen hat. Sollte dies zutreffen, heisst das, dass dies einen Verstoss gegen eine Reihe von Bestimmungen der Liga darstellt, gegen 27 Bestimmungen um genau zu sein." Ich meine das Beispiel zeigt auch, was passiert, wenn versucht wird Probleme/Differenzen mit Gewalt zu lösen, zum Beispiel durch Krieg. Das schafft keine Lösung sondern bewirkt eine ganze Kette von weiteren Verfehlungen und Misständen. Der Vergleich bietet sich an, da sich Walter in seinen Äusserungen häufig auf Vietnam und den Irakkrieg (1.Golfkrieg unter Oberkommandeur George Bush Sr. als US Präsident) bezieht.

Ich spinne den Faden noch weiter, was die (unerkannte) Spiegelung des Innern im Aussen betrifft. der Name des Typen, den Walter mit Kopfschuss bedroht, ist Smo-KEY, da ist der "Schlüssel" drin. Walter hat, wie in einer späteren Szene zu sehen wird, ein Security Unternehmen, damit assotiiere ich ein Schloss. Würde Walter sich in Smokey hineinversetzen, den Schlüssel zum Schloss finden, könnte er realisieren, was er da eigentlich tut. Aber dazu ist Walter nicht fähig, er ist in seiner einfältigen Militärkopfwelt des Schmerzes gefangen. Diese Gefangenheit durch oben erwähnte Umstände wird noch durch ein weiteres Element versinnbildlicht: Smo-Key wird als introvertiert charakterisiert, der in Gedanken viel mit sich beschäftigt ist ("er hat emotionale Probleme"), woraus ich auf eine verängstigte, jedoch reflektierte Persönlichkeit schliesse; Das in-sich-sehen ist der Schlüssel zur Selbsterkenntnis. Smokey will die 8. Zwei Kreise übereinander, ineinander verschlungen, um 90° gekippt ein Symbol für "unendlich", auch: oben wie unten, Spiegelung, Reflektion; zwei Schlangen. Der Einfältige Walter aber will eine 0. Ein Kreis, auch ein Symbol für "unendlich", aber ein unreflektiertes. Auch: eine Schlange die sich selbst in den Schwanz beisst. Walter ist (geistig) unreflektiert, extrovertiert und erkennt seinen eigenen Widerspruch nicht. Und er sieht, wie jeder andere Mensch auch, im Aussen das, was er sehen will. Eine Null. Smokey will die 8 sehen. Wie erwähnt, nach dem Schema der Innen/Aussen Spiegelthematik sind viele Elemente der Handlung aufgebaut.

Wegen dem Teppich soll er sich keine Sorgen machen, spricht Milchsemmel Brandt auf den Anrufbeantworter. Der Dude möge aber nochmal zu Lebowski kommen, denn es gibt Probleme. Bunny wurde entführt. Zu Mozarts Requiem führt er ihn in die Bibliothek, wo der Millionär Lebowski schon schwermütig vor dem lodernden Kamin sitzt und vor sich hin referiert.
Lebowski: "Ich habe mehr erreicht als die meisten Menschen, und das ohne Einsatz meiner Beine. Was.. was macht einen Mann aus, Mister Lebowski? Ist es darauf vorbereitet zu sein, das richtige zu tun? Egal was es kostet? Ist es nicht das, was einen Mann ausmacht?"
Dude: "Klar.. das, und zwei Eier in der Hose."


"Überraschen meine Tränen sie? Auch starke Männer können weinen", lässt Lebowski wissen, und allem Anschein nach hat er seine zwei Eier tatsächlich nicht in der Hose, gleich seinem devoten Mr.Smithers, der sich hergibt, die Emotionen seines Herrchens zu emphasieren. Und wo ich schon dabei bin, ich mein das mit den Eiern ganz ernsthaft.


Auf einer Ebene beschäftigt sich "The Big Lebowski" tatsächlich mit Entmannung/Kastration, einer "Krise des Mannes" (wie sie in Lebowskis 'wann ist ein Mann ein Mann' Rede zum Ausdruck kommt) und den Auswirkungen des Feminismus.  





"Die Revolution ist vorbei Mr.Lebowski! Schade eigentlich, der Penner hat verloren!"
Auf dieser Ebene bietet sich eine dritte Interpretationsmöglichkeit, wer oder besser was mit "the Big Lebowski" gemeint ist, Mann. Es ist der Millionär Lebowski, der dem Dude genannten Spruch an den Kopf wirft, und auch hier kommt die Spiegelung zum Zug. Dh. Lebowski selbst ist das, was er im Aussen sieht; er ist der Penner, er selbst hat verloren. Gegen seine Tochter, von der er finanziell abhängig ist (was zu diesem Zeitpunkt des Films noch nicht bekannt ist), und gegen seine junge Frau, die ihm auf der Nase rumtanzt, in Pornos ("Logjammin", kommt noch) mitmacht, und bei der halben Stadt verschuldet ist. Lebowski wird von Frauen dominiert und hat seine Eier folgedessen auf der Kommode parkiert. Sein untergebener Butler ist folgerichtig eine gedämpfte Huschel. Eine der wenigen Frauen im Film, Maude, die kinderlose Tochter von Lebowski, ist eine Feministin. Und seine Schlampenfrau Bunny, auf ihre Weise, ebenso. Frauen sind in diesem Film die starken Charaktere, die Manipulativ erfolgreichen, ihnen Gegenüber ein Häufchen Elend aus Versagern, Dummköpfen und psychischen Wracks.

Auch der Dude ist ein Idiot mit nahe Nullpeilung, der kaum gerade Sätze zu Stande bringt und Mangels eigener Worte Phrasen einbaut, die er Szenen zuvor aufgeschnappt hat. Auch spricht der Umstand für sich allein, dass ein Vollpfosten wie Walter und ein Donnie, der überhaupt nichts rafft, seine Freunde sind. Wer dumm ist hat dumme Freunde, auch das wissen wir spätestens seit Rocky. Dank seiner faulheitsbedingten Ruhebedürftigkeit, einer entsprechenden Passivität dem weltlichen Geschehen gegenüber und einer Passion, die sich auf Bowling, White Russians und einen Teppich (der das Zimmer erst richtig gemütlich macht) beschränkt, ist der weltliche Versager Dude ironischerweise nicht auf dem schlechtesten Weg. Auch spricht er von sich oft in der 3. Person, dh. er denkt über sich selbst nach, er scheint zu seinem Teppich (Ruhe) einen meditativen Bezug zu haben.

Mit Ausnahme von Donnie, der eh nichts rafft, sind alle anderen Charaktere wesentlich intensiver mit der Scheinwelt verbandelt als der Dude. NB - als er den Millionär Lebowski zum zweiten Mal besucht, ist auf dem Leibchen des Dude ein baseballspielender Chinamann zu sehen.

  Jesus Quintana
Bowling als Sinnbild des Lebens. Das Leben der Hauptcharaktere findet in der Bowlinghalle statt. Religion, Politik, Krieg, Regeln, Gewalt - die Themen sind (ua.durch die Dialoge) in diesem Rahmen präsent. Dazu fällt mir auf, dass sich die Kulisse durchgehend gerastert zeigt, die Decke, der Boden, die Rückwand, davor die Regale; nur die Spielfläche bietet freie Bahn, und sie spiegelt; oben wie unten. Das Leben auf Erden ist eine zwiespältige Angelegenheit, und zum Erdenleben gehört seX, damit aus 2 wieder 1 wird. Es scheint Jesus Quintana's Fachbereich zu sein.

Dude: "Dieser bekackte Quintana. Der Penner hats echt drauf."
Walter: "Ja, aber er ist ein Perverser, Dude."
Dude: "Ja."
Walter: "Nein! Er ist Sexualverbrecher mit Vorstrafen. War ein halbes Jahr im Knast, weil er sein Ding einem 8 jährigen gezeigt hat. Als er nach Hollywood kam musste er von Tür zu Tür gehen und allen erzählen, dass er Päderast ist."
Donnie: "Was ist denn ein Päderast, Walter?"
Walter: "Klappe halten, Donnie..."
Vom gereckten Zeigefinger war weiter oben schon die Rede, verwendung als Phallussymbol. Siehe 4.Bild oben, im Hintergrund die Decke, voll durchgerastert. Der Gedanke an Sex nimmt den Geist gefangen, unter Beschlag, das ist der Grund.

Wie gesagt beschäftigt sich eine Ebene der Handlung mit den Auswirkungen des Feminismus, oder sagen wir der Gesellschaftsum-formungs-Agenda "starke Frau / überflüssiger Mann".

Der Dude liegt auf seinem neuen Teppich, den er sich bei Lebowski mitgenommen hat, und hört auf einem Walkman die Geräusche eines Bowlingspiels. Erneut, Bowling als Sinnbild für das Leben; er liegt auf seinem Teppich (Ruhe), der meditative Bezug ist gegeben, und er denkt über das Leben (Bowling) nach, lässt das Geschehen vor seinem geistigen Auge Revue passieren. Maude Lebowski erscheint, einer der Typen schlägt den Dude KO und als er wieder aufwacht ists aus mit der Ruhe. Markiert hab ich noch die Billardkugel Nummer 8, die neben ihm auf dem Tisch liegt. Warum liegt sie da? Smokey wollte die 8, Quintana wollte auch die 8 und war dafür im Gefängnis, und offenbar wollte der Dude auch die 8, und hat die Kugel irgendwo mitgenommen. Ich weiss nicht was das bedeuten soll, ich stells nur fest.

"The Big Lebowski" ist ein hintergründiges Theater, kein blosser Spielfilm ab der Stange. Eine Traumsequenz (der Dude ist KO) beendet den ersten Akt. Zwei hell erleuchtete Strassen sind im nächtlichen LA zu sehen, sie erinnern an eine Bowlingbahn.

Ihr Leben liegt in ihren Händen!
Brandt empfängt den Dude zum 3. Mal, und so wie der 1. beginnt auch der 2. Akt von "The Big Lebowski" mit einer Spiegelung oben wie unten (Bild links). Die Entführer von Bunny hätten sich gemeldet. "Sie haben vor eineinhalb Stunden angerufen, sie sollen die 405 in Richtung Norden fahren. (...) Nur eine Person, das haben sie unmissverständlich zum Ausdruck gebracht, ich würde ja mitgehen, aber nur eine Person habe sie gesagt". Ein weiteres Detail hier die Angabe der Himmelsrichtung, Norden, das Bild in der Eröffnungsszene des 1.Aktes (Bild rechts) zeigt "Southern"; eine Spiegelung der Ereignisse.

Die freimaurerisch inspirierte Inneneinrichtung von Lebowskis Anwesen ist offensichtlich, ich meine in diesem Ausschnitt weitere Entsprechungen zu erkennen. Mit Sicherheit ist der Schattenwurf der Lampe nicht zufällig im Bild, der aussieht wie ein Zirkel. Filmszenen werden pingelig genau ausgeleuchtet.

Als Walter Smokey mit einer Pistole bedrohte, sprach ich davon er hätte einen Sicherheitsdienst, was ich wiederum mit einem Schloss assotiieren würde. Das Logo von Walters Firma zeigt ein Schloss, und der Jude hat ein "SS" im Logo, ein Wink vieleicht.

Kein HolyWood Film ohne Sonnenkult Referenz, Gruss an den Herren der Welt - Pyramide und Sonne in direkter Szenenfolge.

Walter hat eine Tasche voller Kochwäsche dabei, den falschen Hasen. Die Begebenheiten während der Fahrt zum Übergabeort bilden ein Lehrstück in Sachen "Ich, Du, Wir". Walter merkt an, er habe nachgedacht, man könne auch die ganze Million haben.


Walter: "Wieso sollen wir uns mit mickrigen 20 Riesen zufrieden geben, .."
Dude: "WIR? Hat dir jemand ins Hirn geschissen? Du hast gesagt, dass du nur mitkommen willst!"


Kurze Zeit später versaut der Dude das Telefonat mit den Entführern, da er von "Wir" statt "Ich" spricht ("Nur eine Person!"), was Walter zum Kommentar nötigt "Kann es sein dass DU gerade Scheisse baust?". Die Entführer brechen das Gespräch ab, und der Dude sagt zu Walter: "Du Wixer hast es vermasselt! Hast es vermasselt! Ihr Leben lag in UNSEREN Händen!"

Bei Geld hört Freundschaft auf ("wir?"), in der Not ist sie willkommen ("in unseren Händen!"). Annäherung bei Vorteil ("Wieso sollen WIR uns mit mickrigen 20 Riesen zufrieden geben"), Distanzierung bei Nachteil ("Kann es sein dass DU gerade Scheisse baust?"). C'est la vie.


Sie sollen das Geld nun während der Fahrt von einer Holzbrücke werfen, was Walters grossartige Planung über den Haufen wirft. Er disponiert kurzfristig um und beschliesst bei 25km/h mit seiner Uzi aus dem Auto zu springen, sich einen von den Typen zu schnappen und die Infos aus ihm rauszuprügeln. Walter wirft den falschen Hasen aus dem Fenster, springt raus, verliert die Uzi und erschiesst sich beinahe selbst. Auch Dude's Auto wird getroffen, er verliert die Kontrolle und kracht links in einen Pfeiler. Dieser Unfall wiederholt sich 30 Minuten später im Film, wie so viele andere Begebenheiten.


Sie gehen wieder ins Bowlingcenter, zurück ins normale Leben, das Mobiltelefon klingelt die ganze Zeit.
Walter: "Ich seh nicht wo das Problem liegt."
Dude: "Was zum Geier meinst du? Es gab keine.. wir haben das Geld... die werden die arme Frau jetzt umbringen, mann!"
Walter: "Was redest du da für ein Blech? Die arme Frau... die arme Nutte, die hat sich doch absichtlich entführen lassen. Das hast du selbst gesagt."
Dude: "Ich sagte, es könnte sein, dass sie sich hat entführen lassen. Du bist es, der so sicher ist."
Walter: "Ja Dude, 100% sicher."
Walter hat keinen Plan, aber ist sich völlig sicher. Seine Quelle ist der Dude, der hingegen nur spekuliert hat und beteuert "Du bist es, der sicher ist.". "Ja Dude, 100% sicher", da schliesst sich der Narrenkreis. Donnie kommt hinzu und eröffnet eine Runde religiöser Anspielungen. Walter fragt, wann die nächste Runde des Turniers stattfindet. Donnie antwortet "kommenden Sonnabend", also Samstag. Walter kommt ins rotieren und wird wütend, er schreit er sei "Schomer Schabbat!" und steigert sich voll rein. Unmöglich könne er bowlen am Schabbat, auch Autofahren etc. komme nicht in Frage. "Schomer verfluchter Schabbat!" An besagtem Samstag wird er dennoch mit dem Auto unterwegs sein, das vorneweg.

Die Aggression in Walter offenbart den Sabbat, wenigsten in seinem Fall, als Heuchlertag. Der religiös motivierte Ruhetag ist Walter, der nur ein konvertierter Jude ist um seiner Ex zu gefallen, überaus wichtig, dabei hat Walter überhaupt keine Ruhe in sich. Typische Scheinheiligkeit. Zu einem späteren Zeitpunkt erfährt Jesus Quintana, dass Walter die auf Samstag geplante Turnierbegegnung auf Mittwoch verschieben lässt, und er wird wütend. Jesus sagt zum Juden Walter, der sich Gegenüber Smokey sozusagen als Bowlingregeln-Pharisäer aufgespielt hat, dass es ihm völlig egal sei, ob am Samstag Sabatt ist, "that don't matter to Jesus."

Maude Lebowski hat den Teppich geschnappt und den Dude zu sich bestellt. Bild links unten eröffnet die Szene. Er betritt einen dunklen Raum, einen langen Flur, und auf der anderen Seite ihm gegenüber befindet sich dieses Bild (rechts). Eine künstlerische Spiegelung.

In der Folge fällt die feministische Künstlerin dem Dude quasi in den Rücken, fliegt nackt, kreischend und pinselschwingend an einem Seil über Dudes Kopf hinweg und auf die Leinwand zu.


Zum Bild: bestimmte Objekte tauchen mit hübscher Regelmässigkeit in Filmen auf. zB die aufgestellte Leiter, wegen der Synch zur Pyramide mit markierter Spitze. Ein weiteres Objekt (OT) ist der Hot Dog, er symbolisiert genau das, was einen "heissen Hund" ausmacht und von der Hündin unterscheidet; das ist der eigentliche Witz, weshalb der latent schwule Charakter "Marshall" aus "How I met your Mother" sich so übertrieben auf "Hot Dogs" freut, zB. Das ist Hollwood.
Er selber hat gar keine Motive oder Interessen, er will nur seinen Teppich zurück.

Maude klärt den Dude auf, dass sie und ihr Vater Kuratoren der Stiftung seien, "Scheisse ja, die kleinen Aufsteiger", und in der Stiftungskasse 1 Million fehlen würde, worauf Lebowski mit der Entführungsgeschichte aufgewartet habe. Sie verspricht ihm 100 Tausend Dollar als Belohnung, so er die Million wiederbeschafft, der Dude meint "Jaja.. aber was ist mit meinem Teppich?"

Maude hat den Dude bereits im Evakostüm empfangen und demonstriert leidenschaftlich, dass sie keine Untenliegerin ist. Sie sagt, ihre Kunst würde vaginal genannt, und dies würde Männer aus dem Konzept bringen. Sie geht hingegen ganz nüchtern damit um, und benutzt "Sex" als Mittel, um Männer aus dem Konzept zu bringen, und dadurch erfolgreich zu sein. Aber erstens hat der Dude gar kein Konzept und zweitens spielt er ja nicht mit. "Ich habe von meinem Teppich geredet."

Bunny als Gegenentwurf benutzt "Sex" als Mittel, um Männer in ihrem Konzept zu bestätigen, und dadurch erfolgreich zu sein. "Für 1000 Dollar lutsch ich dir den Schwanz. Brandt darf aber nicht zusehen, ausser er bezahlt einen Hunderter."

Geld verdient hat sie auch mit so Filmli, Maude zeigt dem Dude "Logjammin" mit Bunny und Karl Hungus (einer der Nihilisten), eine Jackie Treehorn Produktion.

"Mit meinem Kabelanschluss ist was nicht in Ordnung." Nachdem der TV-Servicemann das Zimmer betreten hat und die Nachbarin, die nur schnell zum Duschen rübergekommen ist, sich hinzugesellt, stoppt Maude die Wiedergabe mit dem Kommentar "Sie können sich ja vorstellen, wie das weitergeht". Kann der Dude, "er repariert das Kabel?"






  Wo ist das verdammte Geld Lebowski?


Zur Erklärung: im Koffer war gar kein Geld, was der Dude aber nicht weiss, und ebensowenig die Entführer, denn die haben nur Walters Kochwäsche. Lebowski aber weiss es natürlich, und er spielt dem Dude (im Glauben die Entführer hätten den leeren Koffer vorgefunden) nun vor, dieser habe die Million selbst gestohlen. Jeder in diesem Film weiss immer nur einen Teil der Geschichte, niemand hat den Überblick, und alle wollen was, c'est la vie.
Lebowski: "Die Entführer haben das verdammte Geld nicht bekommen! Ihr Leben lag in ihren Händen!"
Brandt: "Es gibt Grund zur Sorge Dude."
Dude: "Nein Mann, nichts ist im Arsch hier..."
Lebowski: "Nichts ist im Arsch?!"
Dude: "Nein Mann."
Lebowski (ausser sich vor Empörung): "Das gottverdammte Flugzeug ist in den Bergen abgestürzt!"
Bezüglich der Kastrations-Thematik ist vieleicht erwähnenswert, dass Lebowskis Lenden eingewickelt sind, der Dude sitzt breitbeinig wie immer. Lebowski gibt ihm eine abgeschnittene Zehe (angeblich von Bunny), ein Geschenk der Erpresser. Eine Zehe hatten wir bereits im sexuellen Kontext als Phallus Symbol. Auch hält er den Zeh zuerst so, dass der Nagel nicht zu sehen und nicht sofort klar ist, was er da in den Fingern hat. Ich meine Ja, das ist eine Anspielung auf Lebowskis Situation im Rollstuhl, faktisch beherrscht von einer Feministin und einer Schlampe, jede auf ihre Art erfolgreich.

Einige Szenen weiter, der Dude hat einen schlechten Urlaubsdeal gemacht, drei Nihilisten mit einem amphibischen Nagetier an der Leine verschaffen sich Zugang in die heimische Nasszelle. Teppich weg, Johannes weg, sie werfen das Tier in die Badewanne. "Wo ist das Geld Lebowski? Wir wollen das Geld, Lebowski!" Er selbst hat den Koffer aber auch nicht mehr, da das Auto samt Kofferraum zwischenzeitlich vom Behindertenparkplatz geklaut wurde.



Nihilist 1: "Wir können Sachen mit dir machen, von denen du noch nichtmal geträumt hast, Lebowski." 
Nihilist 2: "Ja, wir glauben an nichts."
Nihilist 3: "Wir glauben an gar nichts Lebowski, an gar nichts! Morgen kommen wir wieder und schneiden dir deinen Johannes ab!"


Niemand rechnet mit den Nihilisten! Überraschung ist ihre Hauptwaffe, ihre zwei Hauptwaffen sind die Überraschung und überzeugter Unglaube. Der Nihilismus wird vorgeführt als der Glaube, an nichts zu glauben.
Nur 3 Dinge beschäftigen ihn den Film hindurch, und nichts davon geht von ihm selbst aus - 1 Million Dollar, die gar nicht ihm gehören, sondern Lebowski, dem Millionär Lebowski; weiter eine Bunny, die nicht ihm weggelaufen ist, sondern Mister Lebowski, und natürlich der eine Teppich, der das Zimmer erst richtig gemütlich macht.

Noch glaubt der Dude und sein Partner Walter an das Geld (sie wissen noch nicht, dass der Koffer leer war), und eine heisse Spur zum Verbleib des vermeindlichen Geldsegens führt zum kleinen Larry.

 "Sind das deine Hausaufgaben, Larry?"

Der Junge sagt kein Wort dazu, während die mühsam aufgesetzte Seriosität von Walter schnell zum Anschlag kommt:

Das subtile Verhör ("ist das da draussen dein Wagen?") führt zu keinem Ergebnis, trotz der überzeugenden Beweisführung,

worauf Walter beschliesst, auf den soeben ausgedachten "Zeit für Plan B." umzuschwenken.

Überraschenderweise gehört der Sportwagen aber nicht dem kleinen Larry, sondern dem Nachbarn, der daraufhin in Unterhosen zum Tatort eilt. Zur Strafe schnappt er sich das Stemmeisen, und schlägt auf das Auto des Dude ein - weil er glaubt, es gehöre Walter. Da ist wieder diese 69, diese Wiederholung des Geschehens.
Ohne das Geld gehts wieder nach Hause, und der Dude kriegt Besuch:
Der Dude wird förmlich zum Besuch eingeladen:

Und zwar in ein riesiges Strandhaus, und die Szene wird eröffnet von einer orgiastischen Feierlichkeit:

Hat was von Bohemian Grove, vieleicht. Der Mann in Grossaufnahme (2) wird als Einauge dargestellt, und auch das Strandhaus kann verzücken:

 
Dem Dude wurde was ins Getränk geschüttet, er wird davon ziemlich benommen sein und fällt in eine Art Trance:

 
Drehorte werden ausgesucht oder mit Kulissen extra erstellt, damit sie exakt dem entsprechen.

Warum diese Dinge da sind, 9/11 Referenz und die bekannte Symbolik als Markierung - oder warum der "Hammer" gerade da hängt, wo er hängt (Bild) - darüber lässt sich spekulieren. Aber dass solches immer wieder auftaucht in unterhaltenden Hollywood-Produktionen steht mittlerweile ausser Frage.

 
 


Einige Szenen weiter

Dude und Walter gehen zum Millionär Lebowski um ihn damit zu konfrontieren, dass er überhaupt kein Milionär sondern ein Betrüger ist, und der Lösegeldkoffer von Anfang an leer war.

Schachbrettboden, im Hintergrund (Fenster) die aufgehende Sonne, 2 Säulen, dazwischen der schwule Buttler Brandt, der sich gerade bücken muss.

Rechts auf dem Tisch ein Obelisk auf einem Sockel, Schachbrettboden. Über der Tür im Zentrum: das Bündnis. Im Vordergrund links ein flötenspielender Pan (Statue).

2 Säulen, das Bündnis, Weltdominanz. 
Das Einstecktuch: 3 Pyramiden.
Der Millionär Lebowski ist ein Betrüger, er ist ein Lügner, und er ist offensichtlich Freimaurer. Er ist da für "die kleinen Lebowski-Aufsteiger", Abt. Erfolg kommt nicht von ungefähr. Respräsentiert der Millionär Lebowski die Freimaurerei, den gesellschaftlichen Status, und Jackie Treehorn, der Big Lebowski, ist I-O-I. Der Dude ist der Penner Lebowski, das Gegenteil / Spiegelung des Millionärs Lebowski. Der Millionär hält ihm Vorträge darüber, was er alles anders und richtig macht, im Vergleich zum Dude. "Die Revolution ist vorbei, der Penner hat verloren."

Am bemerkenswertesten aber sind die vielen Wiederholungen innerhalb der Geschichte. Aufnehmen und Wiedergeben - will der Filmemacher vermitteln, dass unser Leben davon geprägt ist, vieleicht sogar bestimmt wird. Der Film endet auch mit einer Wiederholung, der Dude rezitiert "Manchmal frisst man den Bären, und machmal.. du weisst schon", wie er es lange zuvor vom Cowboy aufgeschappt / aufgenommen hat. Und schon erscheint der Cowboy, und hält den Schlussmonolog.